Bei dem Anwesen an der Ecke Fritz-Schaefler-Straße zum Matezneberg handelt es sich laut Denkmalliste um ein zweigeschossiges, verputztes Fachwerkhaus mit Satteldach aus dem 17. Jahrhundert. Die Bauzeit wird auf nach 1600 datiert. Der vordere Raum zum Matzenberg weist eine Stuckdecke aus dem 18. Jahrhundert auf. Bis zuletzt wurde das Gebäude als Wohnhaus genutzt und stand vor dem Umbau einige Jahre leer. Ursprünglich war das Gebäude um etwa ein Drittel länger; der hintere Teil wurde abgebrochen und durch einen Anbau ersetzt, der in der Zwischenzeit ebenfalls abgebrochen wurde. Ablesbar ist dies daran, dass die Rückwand nicht als Außenwand, sondern als Fachwerkinnenwand ausgeführt ist. Auch der darunterliegende Gewölbekeller setzt sich ohne Schildwand fort – die fehlende Schildwand stellte bautechnisch eine besondere Herausforderung dar.
Verlängerung in originaler Kubatur
Das nahezu quadratische Gebäude erhielt eine Verlängerung in gleicher Kubatur und kommt damit der ursprünglich vorhandenen Bauform wieder nahe. Das Dach erstreckt sich als bindende Klammer über beide Gebäudeteile. Der Neubau ist lichtdurchflutet und bildet mit einer großen Faltschiebetür einen fließenden Übergang zum Freibereich vor dem Gebäude. Das renovierte Fachwerkhaus erhält durch diese Gestalt seine ortsbildprägenden Eigenschaften zurück und stellt – neben dem benachbarten renovierten Fachwerkhaus der Burgenvereinigung – ein weiteres Leuchtturmprojekt für die Gemeinde Eschau dar, das auch als Vorbild für weitere private Sanierungsmaßnahmen dienen soll.
Nutzung für Allgemeinheit und LAG-Mainviereck
Das Gebäude dient der Allgemeinheit. Im Raum im Erdgeschoss des Anbaus können kleinere Veranstaltungen stattfinden; er kann von Vereinen und Organisationen genutzt werden, auch um das kulturelle Leben in der Gemeinde zu fördern. Im restlichen Gebäude hat die LAG-Mainviereck ihre Heimat gefunden. Es sind Büro- und Besprechungsräume entstanden, die modernsten Ansprüchen gerecht werden. Das Bodenniveau des Erdgeschosses wurde abgesenkt, um verträgliche Raumhöhen für eine zeitgemäße Nutzung zu erhalten. Über einen Plattformlift vor dem Gebäude ist das EHRE-Haus im Erdgeschoss barrierefrei zugänglich; im Erdgeschoss des Fachwerkhauses wurde ein Behinderten-WC eingebaut.
Außenanlage mit ökologischen Akzenten
Die Außenanlage im Umgriff um das Gebäude verfügt nur über eine kleine Grundfläche – umso wichtiger war deren Gestaltung. Es wurde die maximal mögliche Grünfläche und Bepflanzung im Innerort hergestellt, die das Gebäude zusätzlich hervorhebt. Die Abgrenzung zum Nachbarn erfolgt durch eine Bepflanzung mit Büschen und kleinen Bäumen. Ökologisch hervorzuheben ist die Ausbildung einer Lehmpfütze, die den im Baugebiet angesiedelten Schwalben als Tränke dient.
Nachhaltigkeit durch Weiternutzung und natürliche Materialien
Ein seit Jahrhunderten genutztes Gebäude wird weitergenutzt und ist zukunftssicher für die nächsten Jahrzehnte. Beheizt wird das Gebäude mit einer Luftwärmepumpe, auf dem Dach wurde eine Photovoltaikanlage installiert. Verwendet wurden natürliche Materialien wie Holzflexdämmung, Holzweichfaserplatten sowie Lehm- und Kalkputz.
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